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Eine Krise.
Es ist ne’ Zeit ganz gut gegangen. Ich fühlte mich schon richtig stark. Doch dann kam plötzlich das Verlangen Und das ging mir durch Bein und Mark. Ich hatte es mir fest versprochen, ein Leben ohne Alkohol. Ich hab' den Schwur noch nicht gebrochen, doch mir ist überhaupt nicht wohl.
Die Flasche zieht mich magisch an. Wie früher sehe ich die Kräfte schwinden. Ich stemm dagegen was ich kann. Ich muß ein Gegenmittel finden.
Dann stürze ich aus meinem Zimmer. Die Straße renn' ich ohne Ziel. Mein Zustand der wird immer schlimmer. Bis dann mein Blick auf jemand fiel.
Ich seh’ ein’ Mann am Boden kriechen. Im Müll sucht er nach Schnaps und Wein. Ich kann den Fusel deutlich riechen Und dann glaubt ich es trügt der Schein.
Er sieht mir fest in meine Augen. Er schaut mich furchtbar traurig an. Ich kann es erst fast gar nicht glauben. Ich weiß, ich kenne diesen Mann.
“So wirst du enden, so wie alle.“ Ganz leise sagt er jedes Wort. Dann merk ich nur noch, dass ich falle Und werde wach am andren Ort.
Im Krankenhaus kam ich zu mir. Der Traum und alles war verschwunden. Ich hab zum Denken viel Zeit hier. Denn meine Seele, die hat Wunden.
Mir wurde dann ganz plötzlich klar, dass ich der Alte selber war.
Ich hab die Krise überwunden. Es wird auch noch sehr viele geben. Ich habe jetzt zu mir gefunden. Und ich weiß eins- ich werde leben.
Günter Boschan
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